Kiribati und das Eis der Antarktis …

Diesmal war die Nachricht wirklich überall präsent. Der Klimawandel betrifft die Antartiks stärker als bislang angenommen. Eine Studie der NASA kommt zu dem Ergebnis, dass „ein großer Teil der Eiskappe in der Westantarktis ist in einem Stadium des unumkehrbaren Rückzugs“ ist. Der Meeresspiegel wird stärker steigen als bislang angenommen.

Aber dass das Ansteigen der Meeresspiegel nicht das einzige Problem ist, war vorher schon klar. Dass Inselgruppen wie Kiribati verschwinden werden, war vorher schon klar. Dass Peak Oil nicht das Problem ist, sondern dass wir überhaupt kein Öl mehr fördern und verbrennen dürften, war ebenso klar. Die Studie ist einfach nur ein weiteres Stopschild, das wir nun mit Freude und ungebremst überfahren dürfen.

Ich finde wir sollten alle T-Shirts und Aufnäher mit der Flagge und dem Wappen von Kiribati tragen. Die Flagge des kleinen Inselstaates ist nämlich mit Abstand die schönste Flagge aller Staaten und wird bald nirgendwo mehr wehen. Außerdem ist sie ein schönes Symbol dafür, dass uns das Wasser bis zum Hals steht. Tendenz steigend.

Auf dann: Hier eure neuen T-Shirt Motive:

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„Gesundheit, Frieden und Wohlstand“

Who rules? It’s the economy stupid!

Martin Gilens (Professor für Politikwissenschaften an der Princeton Universität) und Benjamin I. Page (Professor für Politikwissenschaften an der Stanford Universität) haben sich mal die Frage gestellt, ob demokratische Einflussnahme in den USA so funktioniert wie man sich das erhofft oder ob eventuell Wirtschaftseliten und Lobbygruppierungen Entscheidungsfindungsprozesse maßgeblich dominieren. Ich zitiere mal kurz:

„Multivariate analysis indicates that economic elites and organized groups representing business interests have substantial independent impacts on U.S. government policy, while average citizens and mass-based interest groups have little no independent influence. The results provide substantial support for theories of Economic Elite Domination and for theories of Biased Pluralism, but not for theories of Majoritarian Electoral Democracy or Majoritarian Pluralism.“

Nein? Doch! Ooh!

Die Studie in der sie das untersucht haben heißt „Testing Theories of American Politics: Elites, Interest Groups, and Average Citizens„.  Ich kenne jetzt keine vergleichbare Studie für den europäischen Raum, glaube aber nicht, dass das Ergebnis hier großartig anders wäre.

Empathie

… ich bin einfach süchtig nach RSA-Animate und deshalb muss ich auch dieses Video hier einbinden. Natürlich ist auch diesesmal das Thema spannend und super aufbereitet. Videoportale haben tatsächlich eine interessante Rolle bei der Popularisierung von Wissen übernommen – mit einer Qualität, die im deutschsprachigen Raum außerhalb eines universitären Kontextes kaum anzufinden ist. Sie übernehmen eine Aufgabe, die sich die Volkshochschulbewegung Ende 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts auf die Fahnen geschrieben hatte. Mich wundert ja das die Uranier Wien/Berlin ihre Vorträge und Veranstaltungen nicht ebenfalls im Internet einem breiteren Publikum zugänglich machen. Es würde ihrer selbstgestellten Aufgabe gerecht werden …

Das Problem mit den wissenschaftlichen Fakten in Massenmedien

Kürzlich habe ich hier etwas zu der RWI-Studie geschrieben, die einen Anstieg der Strompreise bei stärkerer Nutzung von alternativen Energien prognostizierte. Indirekt wurde diese Studie wohl auch mit Mitteln der Ölindustrie finanziert. Der Verdacht liegt nahe, dass die ForscherInnen herausgefunden haben, was sie herausfinden sollten. Sicherlich sind solche Studien für niemanden mehr etwas Neues, und es lohnt sich auch kaum mehr, sich darüber zu empören.

Tatsache ist, wenn man Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen möchte, dann sollte man gute Argumente für seine Forderungen haben. Gut zu wissen also, dass man das Ergebnis einer wissenschaftlichen Arbeit im Rücken hat, das die eigene Position stützt. Allzuoft stellt sich bei Auftragsstudien allerdings heraus, dass sie wissenschaftlichen Anforderungen kaum genügen. Bis die interessierte Öffentlichkeit die Studie analyisiert hat und auf Mängel verweisen konnte, ist die Aufmerksamkeitsspanne der Medien allerdings meist schon überschritten. Was in den Köpfen der Menschen hängen bleibt ist: Alternative Energien sind teuer. Da mag sich in der wissenschaftlichen Gemeinschaft bereits die Erkenntnis durchgesetzt haben, dass die Studie das Papier nicht wert ist, auf das sie gedruckt wurde – die Wirkung die beabsichtigt war, wurde erzielt.

Wirtschaftliche und politische Interessen vertragen sich einfach nicht gut mit den Erfordernissen wissenschaftlichen Arbeitens. Sicherlich –  viele Studien genügen wissenschaftlichen Kriterien. Der gefühlte Anteil von Murks, der von Seiten der Privatwirtschaft in Auftrage gegeben wurde liegt dennoch bei 90%. Warum ich das alles schreibe? Weil mir auf den Seiten von TED gerade ein Vortrag Ben Goldacres vor die Füße gefallen ist, der genau das Thema behandelt:

DIY Atomenergie

Entgegen dem Trend sich von der Atomenergie zu verabschieden wollte ein Schwede sich seinen eigenen Atomreaktor bauen – in seiner Küche. Die nötigen Materialien hat er sich aus dem Internet und dem freien Handel besorgt. Gescheitert ist er an der Genehmigung der schwedischen Atomaufsicht. Nach seiner Anfrage ob so etwas überhaupt legal sei, wurde der Mann festgenommen. Sein Projekt hat er übrigens in seinem Blog Schritt für Schritt dokumentiert. Wer also mal schauen will ob er sich nicht auch einen Kernreaktor in die Küche stellt, kann dort nachlesen wie es geht.

Gizmodo.com / Richard’s Reactor

Exzessive Berichterstattung macht Nachahmungstaten wahrscheinlicher

Die Einrichtungen der ‚Deutsche Bahn‘ waren lange Zeit eine der beliebtesten Anlaufstellen für Menschen mit Suzidabsichten. Nicht wegen ihres legendären und schlechten Services – der kann einen nur in den Wahnsinn treiben. Grund war vielmehr die mediale Berichterstattung über Menschen die ihrem Leben ein Ende setzten, indem sie sich vor Züge warfen. Nach Zeitungsberichten und sonstiger öffentlicher Berichterstattung zu entsprechenden Suiziden stieg die Zahl der Menschen, die sich vor fahrende Züge warfen, regelmäßig signifikant an. Schließlich vereinbarten Pressevertreter und Bahn, dass die Berichterstattung in Hinblick auf eventuelle Nachahmungstaten weit zurückhaltender erfolgen sollte. Mit dem Inkrafttreten dieser freiwilligen Selbstverpflichtung sank die Zahl der Suizide im Bahnverkehr merklich ab.

Je größer das mediale Echo auf eine Tat ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Handlung von anderen adaptiert wird. Das gilt für Suizide, das gilt für Schulmassaker, und das gilt sicherlich auch für die Taten eines Anders Breivik oder eines Mohammed Atta. Die exzessive Berichterstattung über die Taten von Wahnsinnigen kostet Menschenleben.

Dank geht an I heart Pluto für den Hinweis auf das tolle Video.

Open University: Wie die Engländer Englisch lernten

Die Entstehung der englischen Sprache in zehn Minuten:

Wie man mit Uran Wasser kocht

Diesen Podcast habe ich fast übersehen. Aber ich habe ihn halt nur fast übersehen. Schon im März wurde er von Alternativlos auf Alternativlos veröffentlicht. Es geht um Atomkraft, wie Atomreaktoren funktionieren, welche unterschiedliche Reaktortypen existieren und ein prominenter Experte ist auch zu Gast: Michael Sailer vom Ökoinstitut. Plant aber 110 Minuten ein.

Auf Alternativlos fand ich auch diese schöne BBC-Dokumentation über die fast vergessene englische Atomkatastrophe von Windscale:


Allein vom Design des Nuklearreaktors bekomme ich eine Gänsehaut.