In Fukushima läuft es nicht wirklich rund. Nachdem letzte Woche bekannt wurde, dass die Dekontamination der Region Fukushima nicht wie geplant läuft, kommt nun zu Tage, dass auch bei TEPCO selbst weiterhin Opportunismus und erstaunliche Risikofreudigkeit regieren.

Eines der größten Probleme im Kampf rund um das havarierte Atomkraftwerk in Fukushima ist es, die Brennstäbe aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 zu entfernen. Mehr als 1500 Brennelemte sind dort zwischengelagert und benötigen konstante Kühlung. Im Moment scheint diese auch vorerst gewährleistet. Doch die Gebäude sind durch die massiven Explosionen und das große Erdbeben im Jahr 2011 stark beschädigt. Die Befürchtung besteht, dass das Gebäude in dem sich das Abklingbecken befindet einstürzen könnte.

Immer wieder bebt die Erde in Japan. Erst im Dezember erreichte ein Erdbeben eine Stärke von 7,3 auf der Richterskala. Ein kleiner Tsunami erreichte auch die Küsten der Präfektur von Fukushima. TEPCO ließ zwar verlauten, am AKW seien keine weiteren Schäden eingetreten. Doch nur wenige Tage später trat der japanische Botschafter in der Schweiz, Mitsuhei Murata mit einer beunruhigenden Meldung an die Öffentlichkeit. Der Reaktorblock 4 versinkt langsam in der Erde. Schon nach dem Beben und den Kernschmelzen im März 2011 sank das Gebäude um 90cm ein. Nun liegt es um weitere 75cm tiefer im aufgeweichten Boden und beginnt sich zu neigen. Auch Gerüchte über den Zustand der Bausubstanz geben Anlass zur Besorgnis.

Da war noch alles in Ordnung. Das Abklingbecken in Fukushima vor der Katastrophe

Sollte das Gebäude kollabieren, könnte eine größere Katastrophe als im März 2011 die Folge sein. Ohne ausreichende Kühlung erhitzen sich die Brennstäbe und beginnen zu brennen. Das hochradioaktive Material würde in die Atmosphäre gelangen. Im Abklingbecken lagert mehr Cäsium als in allen amerikanischen Atomwaffentests freigesetzt wurde. Aber auch ohne alarmistische Vergleiche kann jeder vernunftbegabte Mensch die Gefahr sehen, die von der derzeitigen Situation ausgeht.

Arnie Gunderson, der schon als Berater die Aufräumarbeiten nach der Kernschmelze des AKW Three Miles Island begleitete,  stellte daher die Frage, ob TEPCO Chemikalien bereit gestellt hätte, um für den Fall gewappnet zu sein, sollte es doch zu einem Feuer im Abklingbecken kommen. Die Antwort, die er von TEPCO erhielt, ist nur erklärbar, wenn man davon ausgeht, dass Einstellungsvoraussetzung von TEPCO eine gültige Merkbefreiung ist:

„Tepco’s response was that there was nothing in the fuel pool that could burn, a statement I find appalling.“

Excellent Mr. Burns!

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