Die japanische Atomaufsicht NISA bestätigt, sie habe frühe Hinweise auf eine Kermschmelze in Reaktor 1 des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi zurückgehalten. Laut Aussagen der NISA vom 03.06.2011 wurden schon am Morgen des 12.03. – wenige Stunden nach dem verheerenden Erdbeben – sechs Kilometer vom Kraftwerk entfernt Spuren des radioaktiven Isotops Tellur 132 gefunden. Der Nachweis von Tellur 132 ist ein starkes Indiz für eine einsetzende Kernschmelze.

Schon am 17.05. berichtete die New York Times, dass die Wasserstoffexplosionen in den Reaktorgebäuden nicht allein auf Bedienungsfehler zurückzuführen sind. Konstruktionsbedingte Mängel der Entlastungsventile waren wesentliche Vorraussetzung für den katastrophalen Verlauf des Unfalls. Amerikanische Experten haben bislang versichert, dass Aufgrund von Verbesserungen an den Ventilen amerikanischer Atomkraftwerke des Typs Mark I in den 80er Jahren, ein vergleichbarer Verlauf von Atomunfällen in den USA nicht möglich sei. Doch laut TEPCO sind die sicherheitsrelevanten Verbesserungen an Atomanlagen in den USA auch in Fukushima umgesetzt worden. Dies bedeutet, dass auch in den USA im Falle eines katastrophalen Atomunfalls verheerende Wasserstoffexplosionen möglich wären. Da deutsche Reaktoren baugleich sind mit den amerikanischen, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch hier konstruktionsbedingte Mängel vorliegen.

Wie ernst die Lage in Fukushima auch jetzt noch ist, macht eine aktuelle Mitteilung der Betreibergesellschaft TEPCO deutlich. Ein Roboter entdeckte gestern Spalten und Risse im Boden des Reaktorgebäudes 1, aus denen hochradioaktiver Dampf austrete.  In der Nähe dieser Spalten wurden Strahlungswerte zwischen 3 bis 4 Sievert pro Stunde gemessen. In einer solchen Umgebung hätten Arbeiter knapp vier Minuten bis sie die in Japan gültige maximale jährliche Strahlungsdosis für Personal in Atomkraftwerken erreicht hätten. Ab einer kurzfristigen Strahlenexposition von 500 mSV ist mit dem Auftreten der sogeannten Strahlungskrankheit zu rechnen. Strahlenexpositionen von 4000 mSV (4 Sievert) führen in 50% der Fälle zum Tod innerhalb von 30 Tagen.
Der Dampf stammt, so vermutet TEPCO,  aus den Untergeschossen des Reaktorgebäudes, in denen sich seit Wochen hochkontaminiertes Wasser aus dem Reaktordruckbehälter sammelt.

Fukushima Update / New York Times / NHK World

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