Die Reaktoren 5 und 6 in Fukushima galten bislang als gesichert und abgeschaltet. Schon vor dem starken Erdbeben, waren sie aufgrund von Wartungsarbeiten nicht im Betrieb. Dennoch mussten auch sie weiterhin gekühlt werden. Aufgrund der Stromausfälle in Fukushima wurde auch die Nachkühlung dieser beiden Reaktoren beeinträchtigt. Erste Meldungen hierüber gab es am 15.06. In den Reaktoren stiegen die Temperaturen auf 196 bzw. 150 Grand bei Normalwerten von unter 100 Grad. Die zugehörigen Abklingbecken verzeichneten einen Temperaturanstieg um 20 Grad auf ca. 60 Grad. Um Wasserstoffexplosionen wie in den Reaktoren 1-3 zu vermeiden wurden am 18.03. Löcher in die Dächer der Reaktorgebäude gebohrt und alle Lüftungsluken geöffnet. Am gleichen Tag gelang es Technikern das einzige funktionierende Notstromaggregat in Fukushima am Block 6 wieder teilweise in Betrieb zu nehmen. Es wurde ab diesem Zeitpunkt für die Kühlung des Abklingbeckens in Block 6 eingesetzt. Am folgenden Tag, dem 19.03.2011 konnte das Notstromaggregat von Block 6 wieder vollständig in Betrieb genommen werden und versorgte von nun an auch das Abklingbecken von Block 5 mit Kühlwasser. Einen Tag später sanken die Temperaturen in beiden Abklingbecken und den Reaktordruckbehältern wieder auf ihre Normaltemperatur. Noch am selben Abend konnten die Reaktorblöcke 5 und 6 wieder ans Stromnetz angeschlossen werden. Beide Blöcke befanden sich von nun an offiziell im Modus ‚Cold Shutdown‘. Sie sind damit die einzigen verbliebenen Reaktorblöcke des Kraftwerks Fukushima, die die Katastrophe funktionstüchtig überstanden haben. Am 20.05. kündigte die Betreibergesellschaft TEPCO offiziell die endgültige Aufgabe der Reaktorblöcke 1 bis 4 an. Die zukünftige Nutzung der Reaktorblöcke 5 und 6 blieb offen. Von Seiten der japanischen Regierung besteht weiterhin die Forderung das AKW-Fukushima I vollständig zu schließen.

Für die Reaktoren Fukushima 5 und 6 wurde bislang kein Salzwasser zur Kühlung in die Reaktordruckbehälter eingeführt. Meldungen, die darauf hindeuten sind leider irreführend. Auch während des schweren Störfalls vom Wochenende wurde nicht auf Salzwasser zurückgegriffen. Tatsächlich scheint TEPCO jedoch Seewasser zur Kühlung des eigentlichen Kühlwassers einzusetzten. Natürlich muss auch Kühlwasser wiederum gekühlt werden. Hierfür setzt TEPCO Hitzewandler ein, die wiederum Meerwasser nutzen, um das erwärmte Wasser aus den Reaktoren zu kühlen. Salzwasser kam also bislang nicht in direkten Kontakt mit den Reaktorkernen oder Brennstäben der Abklingbecken von Block 5 und 6.

Dennoch ist Salzwasser auch in einem sekundären Kühlkreislauf ein Risiko. Denn die Pumpe, die am Sonntag durch TEPCO ersetzt werden musste, scheint durch das genutzte Salzwasser Korrisionsschäden erlitten zu haben, die letztendlich zu ihrem Ausfall führten. In japanischen Zeitungsbeiträgen ist im übrigen auch nicht die Rede von einer temporären Einspeisung von Meerwasser. Anscheinend hat sich TEPCO auf ein installiertes System zur Notfalleinspeisung von Kühlwasser verlassen.

wikipedia / contrAtom / The Japan Times

 

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