Der Unterschied zwischen sexualisierter Gewalt und einem Seitensprung ist bei vielen Journalisten leider noch nicht angekommen. Ansonsten würde wohl anders über den Fall Dominique Strauss-Kahn berichtet werden. ‚Die Sex-Affären der Mächtigen‘ titelt die Onlineausgabe der Süddeutschen und wirft in einer hastig zusammengeschusterten Fotostory gleich einmal Strauss-Kahn in einen Topf mit Berlusconi, Mosche Katzav, Bill Clinton und Iris Robinson. Allerdings wird Strauss-Kahn und Mosche Katzav Vergewaltigung vorgeworfen. Berlusconi ist wegen Amtsmissbrauchs angeklagt, nachdem er versuchte das Diebstahlsdelikt einer minderjährigen Prostituierten zu vertuschen – mit der er Sexualkontakt hatte. Dafür kann man in Deutschland – völlig zu recht – mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe rechnen.
Bill Clinton und Iris Robinson sind dagegen schlicht und einfach fremd gegangen. Unterschiede? Ach was – alles einfach mit Sex-Affäre übertiteln und fertig! Seitensprung oder Vergewaltigung da macht man bei der Süddeutschen keinen Unterschied.

Die Süddeutsche steht mit ihren Verlautbarungen übrigens nicht alleine da. Sie macht es nur so offensichtlich. Kritik kommt hauptsächlich von Journalistinnen. Ihre männlichen Kollegen sind anscheinend blind gegenüber dummen Verharmlosungen oder teilen das archaische Rollenbild von Berlusconi & Co. Spreeblick nennt diese Art der Berichterstattung ekelhaft – dem kann man sich nur anschließen.

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