Saydnaya

Es wäre gut, wenn sich der Internationale Strafgerichtshof mit Syrien beschäftigen würde.

https://www.amnesty.org/en/documents/mde24/5415/2017/en/

Into the fog of darkness

Aleppo liegt in Trümmern, und die sind Schuld. Es ist nicht ganz klar, wer die jetzt sind. Aber die, die das sagen, die wissen wer die sind. Immerhin.

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Der Arme Herr Range …

Netzpolitik schrieb letztens, dass Generalbundesanwalt Harald Range keine Ermittlungen wegen der Totalüberwachung von Kommunikation durch Geheimdienste aufnehmen wolle. Das stimmt so auch erst mal, hat er ja selbst so verkündet. Aber vielleicht wollte Herr Range ja ermitteln, durfte aber nicht. Kann ja sein – soll ja vorkommen.

Ein ziemlich eindeutiges Licht darüber wie mit dem Weisungsrecht der deutschen Justizministerien gegenüber ihren Staatsanwälten in Deutschland verfahren wird, wirft auf jeden Fall dieser zehn Jahre alte Spiegel-Artikel: „Empfehlung vom Minister“

Bin ja mal gespannt ob sich jemand den Spaß macht auf die Einleitung eines Ermittlungserzwingungsverfahrens zu klagen.

Fukushima: Ab in den Pazifik

In Fukushima kämpft die Betreibergesellscahft TEPCO weiterhin mit der Katastrophe von 2011. Überraschen wird das sicherlich niemanden. Allerdings scheint man beim Versuch die Lage in den Griff zu bekommen auch drei Jahre nach der Katastrophe immer noch keinen Überblick über das volle Ausmaß der Schäden erlangt zu haben. Eines der großen Probleme mit denen man in Fukushima zu kämpfen hat. 400t Wasser fluten jeden Tag als Grundwasser in die Keller der maroden Reaktorgebäude und vermischen sich mit dem stark verstrahlten Kühlwasser, dass aus den Reaktoren leckt. Hinzu kommt Grundwasser, dass durch stark belastete Bereiche des Werksgelände fließt, dabei ebenfalls kontaminiert wird und von dort in den Pazifik fließt.

TEPCO versucht dem Problem vor allem durch die Lagerung des kontaminierten Wassers in Tanks Herr zu werden. Allerdings sind die Tanks randvoll. Luftaufnahmen des Werksgelände zeigen, dass das ehemalige Kraftwerk inzwischen wie ein riesiges Tanklager aussieht. Zugleich versucht TEPCO das aufgefangene Wasser zu dekontaminieren. Die nach langer Verzögerung endlich in Betrieb genommene Anlage fällt allerdings, immer wieder aus und kann auch nicht alle radioaktiven Isotope aus dem Wasser filtern. Nach langem Widerstand lokaler Fischer, die um ihre Lebensgrundlage fürchten, hat der Energiekonzern nun beschlossen das Problem etwas einfacher zu lösen. Große Mengen an aufgefangenem Wasser sollen einfach in den Pazifik gekippt werden. Messungen von Seiten TEPCOs zeigen zwar, dass das Wasser nur gering belastet ist. Anwohner und Fischer bleiben jedoch skeptisch.

Natürlich versucht man auch den Zufluss an Wasser einzudämmen. Das ist allerdings schwierig. Angedacht wird große Teile des Werksgeländes zu asphaltieren, um so Regenwasser daran zu hindern in den verseuchten Boden zu sickern. Fest geplant ist eine Anlage zur Vereisung des Bodens unterhalb der AKWs, um so radioaktives Wasser daran zu hindern sich mit dem Grundwasser zu mischen. Das ist schon längst passiert. Wann und wo ist TEPCO nicht immer klar. Anscheinend aber haben sich große Mengen an Wasser auch in den Schächten und Kanälen zwischen den Reaktorgebäuden gesammelt und sickern von dort in den Boden. Um die verseuchte Suppe daran zu hindern sich vollständig in den Pazifik zu ergießen, pumpt man Teile des Grundwassers wieder zurück an die Oberfläche und von dort in die Armada an Tanks auf dem Werksgelände. Und es wäre nicht TEPCO, wenn diese Tanks nicht immer wieder lecken und überlaufen würden. Der Konzern ist mit der Bewältigung der Katastrophe weiterhin oft überfordert.

Wasser ist allerdings nur eines der vielen Problem, von denen die Ingenieure stehen. Weiterhin besteht das Problem der Brennstäbe die sich im Abklingbecken des Reaktorgebäudes Vier befinden. Mittlerweile wurde das hochriskante Unterfangen begonnen die Brennstäbe zu entfernden. Aber nur schleichend langsam schreiten die Arbeiten voran. Bislang konnten nur wenige der Brennelemente sicher entfernt werden und zu den wirklich schwierigen Stellen, wo Trümmer das Arbeit verkomplizieren und beschädigte Stäbe vermutet werden, ist man noch gar nicht vorgedrungen. Inzwischen zeichnet sich zu allem Überfluss auch noch ab, dass Reaktorgebäude 3 bei der schweren Explosion im Jahr 2011 viel größeren Schaden genommen hat als bislang angenommen. Auch dort lagern noch große Mengen an Brennelementen. Geschätzte 50t an Schutt und Trümmern sind in das Abklingbecken des Gebäudes gefallen. Zwar habe Arbeiter damit begonnen die größten Trümmerteil zu entfernen, es bleibt aber weiterhin ein Rätsel wie die Stäbe entfernt werden können.

Das Wasserproblem hat sich mittlerweile soweit zugespitzt, dass auch von Seiten Tokios der Druck auf TEPCO erhöht wird. Dort sorgt man sich inzwischen, um den reibungslosen Verlauf der olympischen Spiele in Tokio im Jahr 2020. Keine weiteren Fragen.

 

http://www.japantimes.co.jp/news/2014/03/06/national/solving-fukushima-water-problem-a-long-hard-slog

http://mainichi.jp/english/english/perspectives/news/20140517p2a00m0na006000c.html

http://www.japantimes.co.jp/news/2014/05/21/national/in-new-phase-fukushima-workers-begin-releasing-groundwater/#.U4Twjy9J4cn

http://www.japantimes.co.jp/news/2014/05/17/national/record-high-radiation-in-seawater-off-fukushima-plant/#.U4Twsi9J4cn

http://www.fairewinds.org/fukushima-daiichi-nuclear-accident-ongoing-lessons/

http://www.themalaymailonline.com/world/article/japan-approves-ice-wall-around-leaking-fukushima-nuclear-plant-video

http://ex-skf.blogspot.co.at/2014/05/fukushima-i-npp-groundwater-bypass-560.html

http://www.fairewinds.org/csi-fukushima/

 

BTW: Ich glaube nicht, dass irgendein Energieriese in Westeuropa eine solche Lage besser und schneller in den Griff bekommen würde als TEPCO.